Die Legende von Osomyr

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Die Legende von Osomyr ist ein erster Linie ein Buch, das ursprünglich für einen Wettbewerb geschrieben, dort aber abgelehnt wurde. Petra Staufer hat sich diese Geschichte im Jahr 2002 ausgedacht und aufgeschrieben. Danach wurde es einige Male umgeschrieben und immer wieder Verlagen vorgelegt, doch keiner hatte Interesse an einer unbekannten, deutschen Jungautorin, lieber kauften sie Rechte von ausländischen Autoren. Erst 2008 fand der ebenfalls neue essencia Verlag durch Zufall eine Leseprobe auf einer Autorenseite und war nach Durchsicht des Manuskriptes bereit, den Jugendroman zu veröffentlichen.

2004 kam dann das Spiel dazu, das auf dem bekannten Browsergame Legend of the Green Dragon basiert. Da es jedoch immer mehr umgebaut wurde und auch bis heute stets erweitert wird, hat es mit der bekannten Spielversion nicht mehr allzuviel gemeinsam.

Bei der Legende von Osomyr handelt sich um den ersten Band einer Fantasytrilogie, der in einer komplett eigenen Welt spielt. Hier gibt es neben Menschen bekannte Wesen, wie Elben und Einhörner, aber auch eher unbekannte Fabelwesen wie einen Manticor oder den Pazuzu. Einige Wesen sind auch komplett neu, so z.B. diverse Koboldarten wie die Ye'shouin oder die Za'schenu.




Inhalt:

Dem fünfzehnjährigen Taris fällt während des Unterrichts bei Großmeister Jodenas ein eigenartiges Buch in die Hände. Es handelt sich um das sagenumwobene Buch der Welten, das laut Aussage seines Lehrmeisters die einzige Waffe im Kampf gegen den Tyrannen Mogui ist. Taris muss dieses Buch, das sich nach einer Weile als Soltar vorstellt und immer wieder für Verwirrung sorgt - unbedingt auf die Burg Osomyr bringen - dumm nur, dass niemand weiß, wo diese Burg überhaupt steht. Gemeinsam mit dem Mischlingsmädchen Sharani macht sich der Knabe auf, seine Aufgabe zu erfüllen, doch auch Mogui hat von der Existenz des Buches erfahren und setzt alles daran, es in seine Hände zu bekommen. Schon bald sind Taris und Sharani auf der Flucht vor den Kobolden und fliehen ins Reich der Elben, um diese um Hilfe zu bitten.

Leseprobe

„Du hast gesagt, du wärst ein Torwächter“, begann Taris nach einer Weile des Schweigens. „Gibt es wirklich ein Tor, durch das man in andere Welten gelangen kann? Warst du schon einmal in einer von ihnen? Wie sieht es denn dort aus? Bist du dorthin geflüchtet, als der schwarze Kaiser in Eluyan erschienen ist?“ Taris hatte all seine Müdigkeit vergessen. Erwartungsvoll sah er das Buch an. Ob es dieses Weltentor tatsächlich gab und man wirklich fremden Welten besuchen konnte? Das würde er nur zu gerne ausprobieren. Das wäre ein Abenteuer ganz nach seinem Geschmack. Wieder ertönte das belustigte Lachen Soltars. „Nun mal langsam“, kicherte es vergnügt. „Immer eins nach dem anderen. Ja, es gibt noch andere Welten. Eluyan ist nur eine von vielen.“ „Und du warst schon auf all diesen Welten?“ „Junge!“ Soltar klang etwas gekränkt. „Ich bin das Buch der Welten!“ „Oh, tut mir Leid, ich wollte dich nicht kränken.“ Taris spürte, wie er rot anlief. Sehr peinlich. Allerdings wusste er immer noch nicht so genau, was dieses Buch nun eigentlich war. „Schon in Ordnung“, kam die prompte Antwort Soltars. „Die meisten können mit meinem Namen nichts anfangen. Dabei ist es doch eigentlich offensichtlich. Ich bewahre sozusagen die verschiedenen Legenden der einzelnen Welten. Ich kenne all eure Heldengeschichten, sämtliche Könige und Herrscher sowie alle finsteren Mächte und deren Helfershelfer.“ „Du kennst sie wirklich alle und du kannst sie auch auseinander halten?“ Taris staunte. Er war sich nicht so sicher, ob er nicht viele dieser Legenden durcheinander gebracht hätte. „Na ja“, meinte Soltar gleichmütig. „Weißt du, im Grunde ist es doch immer dasselbe: Das Gute wird vom Bösen überwältigt und die ganze Welt versinkt im Chaos. Dann taucht – oh Wunder – von irgendwo ein toller Held auf, der dann, meist mit Hilfe eines magischen Gegenstandes, die alte Ordnung wieder herstellt und das Böse in seine Schranken weist. Die alte Leier eben.“ Spielerisch blätterte das Buch durch seine Seiten – von vorne nach hinten und wieder zurück. Taris sah ihm dabei zu und versuchte seine Gedanken zu ordnen. „Wenn es aber immer das Gleiche ist, warum geschieht es dann immer wieder? Warum kannst du das Böse nicht einfach endgültig vernichten? Dann wäre endlich Ruhe.“ „Ach, wenn es doch nur so einfach wäre.“ Soltar seufzte tief. „Was ist schon absolut Gut und was Böse?“ Als Taris nicht antwortete, sondern das Buch nur bestürzt ansah, blätterte es weiter bis es zu einer Zeichnung kam. „Sieh mal, Taris, dies ist das magische Schwert Excalibur. Es wurde geschaffen, um das Gute zu verteidigen. Trotzdem brachte es Tod und Verderben. Würdest du das Gut heißen, oder gehört es nicht doch eher verbannt?“ Soltar blätterte weiter, bis es das Bild eines großen, ovalen Spiegels fand. „Dies hier, ist der heilige Spiegel von Maresànth. Er beantwortet wahrheitsgemäß jede Frage, die ihm gestellt wird und hing einst in den Hallen von Erenith. Als eines Tages ein abtrünniger Diener fragte, wie er den König stürzen und Herr des Landes werden könne, beantwortete er auch diese und brachte so Krieg und Tod über die Welt. Kann man diesen Spiegel tatsächlich als ein Werkzeug des Guten bezeichnen?“ Taris antwortete immer noch nicht. Soltars Erklärungen machten ihn sehr nachdenklich. Gab es denn tatsächlich nichts, das wirklich nur gut war? „Aber… was ist mit dir, Soltar? Du hilfst doch, das Böse zu vernichten. Also bist du doch im Grunde genommen etwas durch und durch Gutes.“ „Leider nein“, widersprach das Zauberbuch. „Ich habe selbst schon viele Male den Tod gebracht – allein durch die Tatsache, dass es mich gibt.“ „Das glaube ich einfach nicht!“, rief Taris erschrocken aus. „Du kannst einfach nicht böse sein. Du nicht.“ „Glaub mir, es ist so. Doch bevor du mir widersprichst, überleg einmal: Es gibt nichts, das nur Gut oder nur Böse ist…“ Soltar hielt plötzlich inne und schien zu lauschen. Automatisch horchte auch Taris auf.


Die Legende von Osomyr Petra Staufer essencia Verlag ISBN: 978-3-86879-005-4

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